Coming Out - Geschichten: trans - lesbisch - schwul - bisexuell


Coming Out - trans

"Mein Name ist Monique und ich bin eigentlich eine fast normale Mittvierzigerin, welche sich „ganz normal“ und seit je her, klar von Frauen angezogen fühlt…. Na ja, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Obwohl die berühmte Frage „Was war zuerst – das Huhn oder das Ei?“ heute geklärt zu sein scheint, trifft diese Frage auch für meine Person zu. Ich war verheiratet mit einer Frau und zwar ganz offiziell, noch bevor es in diesem Sinne vom Gesetz her ermöglicht wurde. Ja, ich ehelichte meine Frau in der „Gestalt eines Mannes“; deshalb auch die Frage des „Huhns oder Ei“.

Zur Geschichte:
Jeder merkte, dass ich anders bin, oder zumindest, dass „etwas“ an mir anders ist; lange bevor ich es dann selbst endlich wahrhaben wollte.
Heute glaube ich, meine Ehe sei ein letzter Versuch gewesen, mein Leben „in die rechten Bahnen“ zu lenken. Bedauerlicherweise, aber eigentlich umso logischer war natürlich, dass dies nur knapp ein Jahr lang gut ging.
Eigentlich wollte ich ja über das Outing als lesbische Frau berichten; dies aber ist derart unspektakulär, dass ich kaum wüsste, was es zu schreiben geben könnte; weil sich hier schlicht nichts änderte. Natürlich mit dem einzigen Unterschied, das ich ja durch den Geschlechtswechsel ohnehin gesellschaftlich nur schwer verstanden, oder gar akzeptiert werde. Klar wird nun plötzlich von mir erwartet, dass ich nun auch meine „Vorlieben“ bezüglich Partnerschaft ändere.
Ja, es ist für manche zusätzlich verwirrend, dass das „Selbst-Erleben“ nicht zwingend auch mit einem Wechsel der „sexuellen und intellektuellen Begierde“ umher geht.
In meinem Fall ist das aber wirklich nur das „Sahnehäubchen“ auf der sonst schon (oft als verwerflich angesehenen) Verwirrung, bzw. „Irreführung“!
Das ich mich nun also ausschließlich von Frauen angezogen fühlte, gab nie zu denken, nur dass ich es noch tue….
Und das mache ich mit einer solchen Selbstverständlichkeit und in einer solchen Überzeugung, dass mir gegenüber gar niemand wirklich wagt, dies in Frage zu stellen!!!"

Monique, (Alter 35)


Coming Out - lesbisch                     
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"Dass ich Frauen mag, war eigentlich schon ziemlich früh klar. Mal war es die Geschichtslehrerin an der Oberstufe, mal die Philosophielehrerin am Gymnasium, für die ich heimlich schwärmte. Mehr als ein paar Fantastereien gestand ich mir nicht zu. Als Kind italienischer, katholischer Eltern hatte ich Angst mein inneres Gefühlsleben preiszugeben. Als ich meinen ersten richtigen Freund hatte, war ich 21 Jahre alt und blieb fast 2,5 Jahre mit ihm zusammen. Meine Freundinnen beneideten mich um mein Glück, ich hingegen fühlte mich irgendwie unvollkommen. Mein innerer Drang mich etwas burschikos zu kleiden, mir die Haare kurz zu schneiden, wurde sowohl von meinem Partner, als auch von unseren Familien unterdrückt. „Du ziehst dich an, wie ein Mann“, musste ich mir immer wieder anhören. Tatsache war, dass ich mich in einem Rock wie im Knast fühlte. Das Äussere stimmte nicht mit dem Inneren überein. Vom Freund wurde ich unter Druck gesetzt: „Warum kannst du nicht sein wie die anderen?“, und meinte damit die Frauen in meinem Alter, die gerne mit Handtäschchen in die Vorlesung gehen. Mit 24 Jahren ging ich als Erasmusstudentin nach Berlin. In meinem Studentendorf lernte ich dann eine heterosexuelle Frau kennen, die mir vollkommen den Kopf verdrehte. Meine Gefühle für sie waren so stark und hoffnungslos, dass ich es irgendjemandem erzählen musste. Über meine homosexuellen Neigungen sprach ich erstmals mit einem Bekannten. Endlich hatte ich mir selbst zugestanden, dass Gefühle für das gleiche Geschlecht durchaus real sein können und dürfen. Ich beendete die Beziehung zu meinem Freund und nutzte, weit weg von zuhause und meinem gewohnten Umfeld, die Gelegenheit, um Erfahrungen zu sammeln. Ich wusste jetzt sicher: Ich bin lesbisch! Männer können zwar gute und aufrichtige Freunde sein, aber sie können zumindest mir nicht das geben, was ich in einer Beziehung brauche. Als mein Bruder mich in Berlin besuchte, erzählte ich ihm in einem Tränenausbruch von meinen Gefühlen, und wurde zu meiner Überraschung in die Arme genommen. „Du bleibst meine Schwester!“, sagte er mir, und wir tranken auf meinen neuen Lebensabschnitt. Stunden später rief ich meine Eltern an und beichtete ihnen alles. Für meine Mutter war es ein Schock. Heute sage ich mir, dass man nur das sieht, was man sehen möchte und ins eigene Weltbild passt. Anfangs hatte ich mit ihren Fragen („Bist du sicher, dass es keine Phase ist?“) und ihren Tränenausbrüchen zu kämpfen, mittlerweile hat die ganze Familie meine Verlobte akzeptiert und die Idee einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Frau, die ich über alles liebe. Meine Entscheidung, zu mir zu stehen, werde ich nie bereuen, wohl eher die Tatsache, dass ich so lange damit gewartet habe."

Angela (26)


Coming Out - schwul
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"Ich wusste schon sehr früh, dass ich schwul bin. Mit 12 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen mit einem Jungen aus meinem Dorf gesammelt. Ich fand das wunderschön. Mit dem Begriff „schwul“ konnte ich damals aber noch nichts anfangen. Das sagte mir nichts. Ich habe mich einfach nur wohl gefühlt mit dem anderen Jungen. Irgendwann haben wir uns jedoch im Streit getrennt und so war ich wieder alleine. Damals ging es mir lange sehr schlecht, weil ich ihn so vermisste, wie auch seine Nähe, seine Art. Ich hatte sonst keine Kollegen oder Kolleginnen, mit denen ich mich unterhalten konnte, also verdrängte ich diese Gefühle.

Mit 14 Jahren ging ich dann in ein grösseres Dorf zur Sekundarschule. Dort verliebte ich mich ebenfalls wieder in einen Jungen. Im Biologieunterricht hatten wir in zur gleichen Zeit jedoch das Thema Homosexualität durchgenommen: diese sei nur schlecht und eine Sünde. Und so verbot ich mir irgendwann selber den Kontakt zu diesem Jungen. Dazu muss ich wohl noch sagen, dass ich in einem stockkonservativen Dorf im Wallis aufgewachsen bin. Ich wollte nicht so werden, wollte von allen akzeptiert und geachtet sein. Meine schulischen Leistungen liessen jedoch danach stark nach und so blieb ich ein Jahr sitzen. Ich zwang mich dann, mich in ein Mädchen zu verlieben. Doch keines der Mädchen wollte etwas mit mir anfangen, sondern mich nur als Kumpel haben, weil man mit mir so schön und gut reden kann.
Als ich dann meine Lehre begann, war alles wieder „in Ordnung“. Ich hatte meine Gefühle verdrängt und fühlte mich okay wie ich war. Mit 18 begannen sich dann jedoch meine Gefühle für Jungs wieder bemerkbar zu machen. Ich verliebte mich wieder in einen Jungen und wusste nicht mehr weiter. Damals habe ich oft über Selbstmord nachgedacht. Ich wollte nicht so werden wie diese Schwulen, die so perverse Sachen machen. Schwul sein bedeutet pervers sein – das war das einzige, was ich darüber wusste.
Einige Zeit später traf ich in Bern zufällig eine alte gute Kollegin von mir. Wir gingen zusammen etwas trinken und es wurde immer lustiger. Irgendwann sagte sie mir dann, dass sie jetzt weitergehen werde. Ich könne jedoch nicht mitkommen. Sie gehe in eine Disco nur für Frauen. Ich verstand das nicht und fragte weiter. Sie outete sich dann bei mir als Lesbe und ich bekam einen Lachanfall. Sie verstand natürlichen nur Bahnhof und so outetet ich mich als Schwuler bei ihr. Mein erstes Coming Out und gleich eine Lesbe getroffen.
Wir verbrachten damals sehr viel Zeit miteinander. Sie half mir bei meinem Coming Out und stellte mir auch andere Schwule im Wallis vor. Meine Eltern waren immer noch ein Problem. Ich habe ein paar Mal versucht, das Thema in diese Richtung zu lenken, doch meine Eltern sind dabei immer gleich ausfallend geworden. Schliesslich kam ich eines Tages sogar mit einer Scheinfreundin an. Doch richtig abgekauft hat mir das wohl niemand. Die Scheinfreundin war nämlich lesbisch und sah gar nicht so nach meinem Typ Frau aus. Naja…. Kurze Zeit später, bevor ich ins Militär einrückte, habe ich es ihnen dann gebeichtet. Sie waren zwar nicht begeistert, aber haben es akzeptiert. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Nach der RS zog ich nach Bern. Dort besuchte ich zum ersten Mal die schwule und bisexuelle Jugendgruppe ComingInn. Das half mir sehr. Erst dann lernte ich mich selbstverständlich zu akzeptieren, wie ich bin."

Martino (25)


Coming Out - bisexuell                     
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(kommt bald)